Es werden immer mehr, die Schornsteinfeger mit großen Zielen, und der Gesang wird bang und bänger und der Hals wird lang und länger - für die ewig gestrigen.
Dank eines neuen Gesetzes will Bernd Mörk auf dem bundesweiten Energiemarkt mitmischen. Das neue Gesetz erlaubt Schornsteinfegern von 2013 an mehr Wettbewerb. Bernd Mörk aus Leonberg will nicht so lange warten. Mit Kollegen hat er die Firma „TEO“ gegründet und bietet Leistungen rund ums Thema Energie an. Die Innung schäumt über vor „nicht begeistert sein“.
Quellenangaben:
„Leonberger Kreiszeitung“
Thomas K. Slotwinski
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1912500_0_2147_schornsteinfeger-mit-grossen-zielen.htmlWir sind auf die Zukunft des Schornsteinfegerhandwerks vorbereitet.
Der Gesetzgeber in Deutschland hat eine Änderung der seit Jahrhunderten gewachsenen Struktur in den Schornsteinfegerleistungen beschlossen und lässt in Zukunft mehr Konkurrenz und ein breites Betätigungsfeld für innovative Schornsteinfegerbetriebe zu.
Bernd Mörk schreibt dazu in der oben genannten Zeitung:
Nach umfangreichen Vorarbeiten und Planungen habe ich mit anderen auf diese Änderungen reagiert und bin als RegioPartner der teo GmbH & Co.KG in der Lage in ihrem Sinne tätig zu werden und ihnen ein umfangreiches Leistungspaket zu bieten.
Quellenangabe:
http://www.schornsteinfeger-service.de/Für Hausbesitzer war es ein fester Termin: Regelmäßig kommt der Bezirksschornsteinfeger vorbei, prüft, ob im Kamin und in den Heizanlagen alles in Ordnung ist, und geht dann wieder. Jahr für Jahr derselbe Mann, Jahr für Jahr dasselbe Ritual.
… doch damit ist in drei Jahren Schluss: Im Dezember wurde das sogenannte Kehrmonopol abgeschafft. Einer der vielen Schritte, um in Europa mehr Wettbewerb zu ermöglichen …
Damit sich die Scheindienstleistungsbetriebe auf diesen Umbruch vorbereiten können, dürfen deutsche Schornsteinfeger erst vom Jahr 2013 an das erweitere Aufgabenfeld beackern. Da allerdings das novellierte Gesetz schon seit gut vier Wochen in Kraft ist, können Schornsteinfeger aus dem EU-Ausland sehr wohl in Deutschland tätig werden. Ein Umstand, den sich Bernd Mörk zunutze machen will.
"Uns geht es darum, die sich durch die Gesetzesänderung ergebenden Potenziale sofort zu nutzen", sagt der 56-Jährige, der selbst 23 Jahre Bezirkschornsteinfegermeister in der Leonberger Innenstadt war. Denn eine dreijährige Übergangsfrist ist in seinen Augen nicht nötig. "Seit 2002 wissen wir, dass sich das System verändern wird", sagt Mörk. "Wir haben also sechs Jahre Zeit gehabt, um uns darauf einzustellen." Das hat er getan, gemeinsam mit Kollegen aus ganz Deutschland. "Wir haben oft zusammengesessen und überlegt, was wir tun können."
Das Ergebnis dieser Überlegungen: mit 80 weiteren Betrieben hat Bernd Mörk den als GmbH & Co. KG firmierenden Verbund teo gegründet. Die drei Buchstaben stehen für technische Energieoptimierung. Der Leonberger und seine Bundesgenossen wollen künftig die ganze Bandbreite der Möglichkeiten ausschöpfen …
Streng genommen dürfen die im teo-Verbund zusammengeschlossenen deutschen Betriebe mit diesen Leistungen jetzt nicht auf den Markt gehen, gilt doch die eingangs erwähnte Übergangsfrist bis 2013. Doch Mörk und seine Kollegen planen, Betrieben aus dem EU-Ausland Aufträge in Deutschland zu vermitteln: Der teo-Verbund kümmert sich um die Kundenakquise, die eigentlichen Arbeiten werden dann von einem ausländischen Unternehmen ausgeführt. Den deutschen Übergangsbestimmungen wäre Genüge getan.
Der in der Gleiwitzer Straße ansässige Unternehmer gibt zu, dass er mit dieser Strategie etliche Kollegen vor den Kopf stößt: "Wir gehen offensiv auf den Markt. Aber es ist ja eine wirtschaftlich spannende Zeit, in der niemand vor Konkurrenz gefeit ist." Dass im Altkreis Leonberg bisher keiner auf ähnliche Strategien gekommen ist, wirft er der Stuttgarter Innung vor: "Die hat die Kollegen viel zu wenig über die Möglichkeiten informiert."
Das sieht der stellvertretende Obermeister Erwin Schmidt anders: "Als Berufsverband waren wir bestrebt, eine Übergangsphase zu bekommen, weil wir für alle Mitglieder da sind. Für Herrn Mörk gilt offenbar aber nur das Motto Alle für einen, und zwar für ihn. Seine unternehmerischen Ziele können von der Innung nicht vertreten werden."
Große Zweifel, dass Bernd Mörks Geschäftskonzept aufgehen wird, hegt Alf-Dieter Beetz. "Das ist am Rande der Legalität. Da wird es Prozesse geben", sagt der Schornsteinfeger-Obmann des Landkreises. Der Grundfehler liegt für den Schornsteinfegermeister aus Waldenbuch schon im Gesetzgebungsverfahren: "Der Bund hätte gegen diesen offenkundigen Wettbewerbsvorteil für ausländische Betriebe klagen müssen." Dass er auf seinen Leonberger Kollegen sauer ist, will Beetz nicht verhehlen: "Er versucht mit Dumpingpreisen auf den Markt zu kommen und könnte damit etliche Betriebe in den Ruin treiben. Aber Herr Mörk hat sich schon immer als Grenzgänger hervorgetan."
Ein Vorwurf, den der so Gescholtene nicht auf sich sitzen lassen will: "Ich war 15 Jahre im Innungsvorstand, 22 Jahre im Meisterprüfungsausschuss und zehn Jahre Bundesvorsitzender der Arbeitnehmerorganisation im Schornsteinfeger-Handwerk. Niemand kann mir sagen, dass ich mich nicht für meinen Berufsstand engagieren würde." Dass es nicht im Vorfeld zu einem Dialog gekommen ist, daran sei die Innung selbst schuld: "Es gab keine Bereitschaft, sich mit uns auseinanderzusetzen." Befürchtungen, sein Konzept gehe nicht auf, teilt der wortgewandte Leonberger überhaupt nicht: "Wir sind etwas Neues. Wir besetzen nicht nur ein Gewerk, sondern alles." Bei solch selbstbewussten Worten wundert es nicht, dass Bernd Mörk seinen fünfköpfigen Personalbestand in diesem Jahr verdoppeln will.
Quellenangabe;
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1912500_0_2147_schornsteinfeger-mit-grossen-zielen.html